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   Der Bilstein im Kaufunger Wald (P14)
  




Premiumweg P14
 





Unsere Gesamtbewertung:
3 von 5 Sternen

 


Schwierigkeitsgrad "mittel"
innerhalb der Kategorien:
Mittelgebirge/ Halbtagestour





(mehr Bilder finden Sie weiter unten auf dieser Seite im Rahmen einer "Fotostrecke")


Anhand des Premiumweges 14 im Naturpark Meißner – Kaufunger Wald östlich
von Kassel möchten wir im Folgenden darlegen, wie eine an und für sich
relativ kurze und technisch wie auch konditionell unspektakuläre Strecke
bei Schnee und Eis selbst im Mittelgebirge und für routinierte Wanderer
zu einer kleinen Herausforderung werden kann.

Bereits bei der Anfahrt schwante uns beim Blick auf die Anhöhen des Kaufunger
Waldes, dass wir womöglich den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand der Tour
zu Hause gelassen hatten: die Grödel. Schließlich erhebt sich der Bilstein
mit einer Höhe von "nur" 641 Metern ü.N.N. übers ebenfalls hügelige Umland.

Während Schnee und Nässe an diesem Januartag in allen tieferen Lagen
trockener Kälte gewichen waren, erkannten wir schon von Weitem, was uns
auf der anvisierten Kuppe erwarten würde. Und tatsächlich überfuhren wir
beim Ansteuern des schon recht weit oben gelegenen Wanderparkplatzes
Bilstein nördlich von Großalmerode sehr bald die Schneegrenze, um uns
plötzlich in einer Bilderbuch-Winterlandschaft wiederzufinden. Wie kniffelig es
dann teilweise wurde und warum, dazu mehr in der Fotostrecke weiter unten.


Der abwechslungsreiche P14 ist rund 10,5 km lang und führt an einigen recht
schönen, interessanten Plätzen vorbei. Man passiert die Steinbergseen,
das Naturdenkmal Steinbruch Steinberg mit Hütte und die "Rote Niestequelle",
hat einen grandiosen Ausblick vom Bilsteinturm, streift das Naturdenkmal
"Roter See", wandert durch den Wald vorbei an der Schutzhütte "Fahrbachtal"
hinunter in die Senke zum Lokal "Waldschlösschen" und steigt durch
den Wald wieder steil hinauf aufs "Plateau".
 


Länge

10,5 km
 


Landschaft

Hügelig, Mischwald, kleinere Gewässer, Flussquelle, Weideland, Basaltwände.
 


Streckenführung

Sowohl breite Waldwege als auch schmale Pfade, Weidequerungen, nur ein
Aussichtspunkt (aber mit sehr gutem Blick), Passage von zwei Einkehrmöglichkeiten
(ein Lokal befindet sich oben auf dem Bilstein gleich beim Aussichtsturm, ein anderes
unten im Fahrbachtal) und zwei Rastplätzen. Sehr positiv ist die Ruhe zu erwähnen.
Man wandert hier völlig ungestört von Straßenlärm u. ä. und passiert oder betritt auch
an keiner Stelle Ortschaften oder Autostraßen, was nicht überall selbstverständlich ist.

 


Streckenzustand

Im Großen und Ganzen sehr gut, was den Verantwortungsbereich des
Wegbetreibers betrifft: saubere Rastplätze und Hütten, wenig Unrat am Wegesrand,
frei begehbare Wege, Sicherungen durch Geländer an abschüssigen Stellen.
Mängel leider wie beschrieben an einigen Stellen beim Abstieg.

 


Schwierigkeitsgrad

Mittel im Winter, da einige steile Abschnitte vorhanden sind.
In der warmen Jahreszeit und bei Trockenheit für geübte Wanderer
oder hurtige Spaziergänger eher als leicht einzustufen.

 


Erforderliches Equipment

Im Winter (sprich bei Schnee und Eis) auf jeden Fall vernünftige Wanderschuhe
mit tiefem Profil, Stock und idealerweise auch Grödel und Gamaschen.

Bei trockenem Wetter reichen flache Wanderschuhe völlig aus.
Ein Fernglas kann beim Ausblick vom Bilsteinturm gute Dienste leisten.

 


Familientauglichkeit

Mit Kinderwagen und auch Buggy nicht, mit lauffreudigen Kindern auf jeden Fall.
Im Sommer kann man mit ihnen ganz prima an der Steinberghütte oder
am Steinbergsee picknicken oder sie mit der "Roten Niestequelle" erstaunen.
Na, und welches Kind kraxelt nicht wahnsinnig gern auf einen Aussichtsturm?!
 


Wandern mit Hund

Den besten Freund des Menschen an die Leine und los. Hier hat
der vierbeinige Gefährte Freude, und ein gesundes Tier wird
auch von der Strecke nicht überfordert sein.
 


Tipps

Im Winter: siehe unter "erforderliches Equipment"!

Im Sommer wie im Winter gehen die Bewohner der umliegenden Ortschaften
sehr gern und zahlreich mit ihren Hunden auf der Höhe um den Parkplatz
herum spazieren. Beim Wandern mit Hund also das eigene Tier gut festhalten.

Wir waren wochentags im Januar bei Schnee unterwegs und haben nur
insgesamt drei andere Wanderer getroffen. Wir können allerdings nicht
sagen, ob insbesondere Turm und Einkehrmöglichkeiten bei
warmem Wetter stark frequentiert werden.


Foto-Streckenbeschreibung

(Bilder bitte anklicken, um sie Großformat zu betrachten)


Kein Krümel Schnee im Tal –
weiße Winterlandschaft auf den
Anhöhen rund um den Bilstein!
Wunderschön anzuschauen, vor
allem im Sonnenschein, aber
in diesem Fall durch spezielle,
vorausgegangene Witterungs-
bedingungen ein "rein ober-
flächliches Vergnügen".

Direkt unter der wenige Zentimeter
dicken Pulverschnee-Lage
versteckte sich eine dicke
Eisschicht. Auf welche Weise
Leilah dies herausgefunden hat,
möchte sie aus naheliegenden
Gründen nicht en detail erläutert
wissen, es scheint uns allerdings
passend, an dieser Stelle
ausnahmsweise das Wort
'arschglatt' zu verwenden. ;-)

Auf ebener Strecke zu Beginn der
Wanderung stellte die Glätte, solange
man mit etwas Bedacht auftrat, auch
noch kein wirklich großes Problem dar,
da Wanderstiefel mit gutem Profil
im Winter ohnehin üblich sind.

















Mal breite Schneise,
mal gewundener Pfad:
Der P14 präsentiert sich
gut gekennzeichnet mit interessanter und
einfallsreicher
Wegführung.



















Dass das Terrain rund um den Bilstein vom ehemaligen Tagebau geprägt ist,
bezeugen zahlreiche Hinweise und Orte am Wegesrand. So entdeckt man
beispielsweise nach wenigen Kilometern Weges beim Blick nach links ein Stück
unterhalb den "Großen Steinbergsee", der genau wie sein "kleiner Bruder"
ein Überbleibsel des Braunkohle- und Quarzitabbaus vergangener Zeiten ist.

Es handelt sich um Tagebaurestlöcher der früheren Grube Steinberg,
die sich - mit Grundwasser gefüllt - bei klirrender Kälte wie eine
Schlittschuhbahn in romantischem Ambiente präsentieren.




Weiter geht es in stetigem Auf und Ab
auf schmalen Pfaden gen Steinberghütte.
Tja, und genau diese an sich nicht
erwähnenswerten, moderaten Steigungen
können für den Wanderer hier wie allerorten
bei entsprechendem Untergrund extrem
unangenehm werden. Während Ralf auf
diesem Foto wacker unter Zuhilfenahme
des Geländers voranstapfte, hörte er
hinter sich ein leises, wehleidiges
"Hiiiiiiilfe" und stellte beim Umschauen
fest, dass Leilah sich nicht mehr vorwärts
sondern rutschenderweise rückwärts
bewegte, um schließlich unfreiwilligen
Ganzkörperbodenkontakt zu suchen und
eigenständig auch nicht mehr diese
Position verlassen zu können.

In diesem Fall nur peinlich; in heiklem Gelände
womöglich sogar gefährlich! Deshalb, ganz
wichtig: Es müssen ja nicht gleich Steigeisen
sein, aber leichte Grödel gehören auch im
Mittelgebirge routinemäßig ins Wintergepäck!








Nächste Station
Naturdenkmal
Steinbruch
Steinberg.

Im Hintergrund
erkennt man die
bis zu 15 Meter
hoch aufragende
Wand mit den meist
sechseckigen
Basaltsäulen,
entstanden aus
vor Urzeiten
ausgetretenem
Magma.







Ein schöner, gepflegter Platz mit großer Hütte, Grillmöglichkeit, Spielplatz
und vielen Bänken, auf dem man in der warmen Jahreszeit bestimmt
toll rasten oder auch feiern kann.










Sehr idyllisch
und direkt am
Wanderpfad
liegt der von
Nadelbäumen
gesäumte
"Kleine Steinbergsee".

 

 

 









Mitten im tiefen Wald, etwa
150 Meter westlich der
Steinbergseen entspringt
das fast 22 Kilometer lange
Flüsschen "Nieste", das
namensgebend für die
nächste Gemeinde an
ihrem Ufer war und einen
Zufluss der Fulda darstellt.

Die Besonderheit dieser Stelle
und der Grund für ihren Namen
"Rote Niestequelle" offenbart
sich dem Wanderer auf den
allerersten Blick: Bedingt
durch den hohen Eisengehalt
des Gesteins erscheint das
Wasser im Quellbereich
kräftig ziegelrot gefärbt.
Ein Phänomen, das sich
bei genauerer Betrachtung
quasi als ausgeflockte
Rostablagerungen entpuppt
und im weiteren Flusslauf
natürlich verliert.









Die Niestequelle lag auf etwa 589 Metern. Schmal, sehr steil (und wie
bereits erwähnt, an jenem Tag auf gefrorenem Untergrund) geht es
zur höchsten Erhebung, dem Bilstein (auf 641 m), hinauf. Ralf wirft
vorsichtshalber gelegentlich einen Blick zurück, um festzustellen, ob die
Begleitung womöglich wieder ungewollt mit dem Schnee schmust. ;-)




Eine interessante, kleine Geschichtslektion am Rande.











Auf der Basaltkuppe
des Bilsteins thront
der im Jahre 1891
eingeweihte und
1960 noch einmal
um sieben Meter
auf fast 21 Meter
aufgestockte
"Bilsteinturm".

Es handelt sich
um einen schmucken
Aussichtsturm aus Stein
mit Stahlaufbau und
umlaufender Plattform,
der im Vergleich zu
vielen Bauwerken
dieser Art recht
angenehm zu
besteigen ist.













Grandios der Ausblick in alle Himmelsrichtungen von der Plattform des Turms.
Bei entsprechender Witterung kann man von hier aus bis zum "Brocken"
im Harz schauen. Wir erfreuten uns allerdings auch an dem Anblick des
leicht nebelverhangenen "Hohen Meißner", mit seinem charakteristischen
langgezogenen Rücken und den Sendemasten. (Demnächst auch
ein Tourbericht von uns über den tollen P1 am Hohen Meißner!)









Während uns das
Eis unter den
Füßen ziemlich zu
schaffen machte,
entlockten die im
Raureif romantisch
erstarrten Baumwipfel
vor der wunderbaren nordhessischen Hügellandschaft uns
einige Freudenausrufe.










Selbst die Tatsache, dass die Sonne sich an diesem Tag partout nicht mehr
blicken lassen wollte, trübte die Begeisterung über die schönen Impressionen
nur wenig. – Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings, dass der anschließende
Abstieg vom Bilstein auf der gegenüberliegenden Seite bei dem vereisten
Untergrund fast halsbrecherisch war. Extrem steil und teilweise auf "Stufen",
die in den Hang gearbeitet sind, geht es hinab, so dass wir uns ernsthaft Sorgen
um das etwas ältere, wahnsinnig nette Paar machten, das mit uns gemeinsam
die Aussicht vom Turm genossen hatte.





Wie viele Höhenmeter man im weiteren Verlauf verliert, zeigt das Foto: kein Eis
und kein Krümel Schnee mehr. Die Schneegrenze verlief etwa auf halbem Abstieg.
Leider müssen wir aber an dieser Stelle einräumen, dass wir mit Schnee und Eis
auch den schönsten Teil der Tour hinter uns gelassen haben, denn der Weg
durch Wald und über Wiesen ins Tal verläuft - zumindest bei diesem Wetter -
technisch wie auch optisch recht trist und öde, nervig sogar in einem längeren
Bereich, wo man beschwerlich durch matschige, tiefe Fahrzeugfurchen auf
einer Weide stapft. Bei trockenem, sonnigem Sommerwetter mag dies
weniger stören. In diesem Streckenabschnitt liegt jedenfalls auch
der Hauptgrund für unseren Punktabzug in der Gesamtbewertung.

Im oberen Bereich passiert man noch das Naturdenkmal "Roter See", ebenfalls
ein Relikt des Basaltabbaus und zwar "Hesselbühl". Eis- und schneebedeckt war
es bei unserer Tour kaum erkennbar. Um das Gewässer rankt sich allerdings
eine spannende Geschichte: Früher soll der See aufgrund seiner tatsächlich
leuchtend roten Wasserfarbe eine Attraktion gewesen sein. Im Jahre 1940
war dann die Farbe nach einem Gewitter plötzlich verschwunden – und zwar
für immer! Ein "Mysterium", das die Naturwissenschaftler unter unseren
Lesern sicher physikalisch oder chemisch erklären können.





Praktisch am
tiefsten Punkt
der Tour, am
Mäuseborn im
Fahrbachtal,
passiert man
das Lokal "Waldschlösschen",
das (außer nach
persönlicher
Vereinbarung
von Gruppen)
ausschließlich
am Wochenende
zwischen ca.
11 und 18 Uhr
geöffnet hat.







Tja, und wie das so ist beim Rundweg-Wandern: Jeden Meter, den man
sich hinaufbegibt, darf man später wieder absteigen und umgekehrt.

Für uns hieß das, dass der Steinberg nach dem "Waldschlösschen"
auf langem, steilem Waldweg wieder erklommen werden wollte, was
ebenfalls ein relativ freudloses Unterfangen war. Groß war die Freude
dafür, als wir nach dem Aufstieg aus dem Wald heraustraten und -
rutschig hin, arschglatt her - wieder schönen, weißen Pulverschnee
unter den Wanderstiefeln hatten. Wie man auf dem Foto sieht,
belohnten wir uns nach beim Eintreffen auf dem Parkplatz mit
einem letzten Schluck heißem Kaffee aus der Thermoskanne.





Und die
Natur
ihrerseits
belohnte
uns mit
diesem
grandiosen
Schauspiel
am Himmel
über
Nordhessen.

Ganz, ganz
große Kunst
kann man
da nur
beeindruckt
sagen!







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